Die Madchester-Szene, Ende der 80er bis frühen 90er in Manchester entflammt, fusionierte Indie-Rock mit Acid House und Rave-Beats rund um den legendären Haçienda-Club – baggy Klamotten, Ecstasy-Rausch und ekstatische Nächte prägten eine Ära, die Britpop gebar.
Rave-Wurzeln
Parallel explodierte die Rave-Bewegung in Großbritannien mit illegalen Warehouse-Partys, Hardcore-Techno und Acts wie The Prodigy oder Altern 8, die Chart-Hits wie „Firestarter“ oder „Activ-8“ zu Hymnen machten und die Ekstase-Kultur mit pulsierenden Breaks verewigten.
Ikonen der Szene
Von Stone Roses („Fools Gold“) über Happy Mondays („Step On“) bis hin zu Charlatans und 808 State – diese Bands verbanden Gitarrenriffs mit Dancefloors, während New Order und Primal Scream den Sound revolutionierten und One-Hit-Wunder wie Northside oder EMF die Euphorie einfingen.
Here they are
The Stone Roses
Die Stone Roses, gegründet 1983 in Manchester, gelten als Pioniere der Madchester-Szene und verbanden Indie-Rock mit psychedelischen und danceorientierten Elementen. Ihr Debütalbum The Stone Roses (1989) mit Hits wie „Fools Gold“ und „I Wanna Be Adored“ wurde zum Meilenstein und erreichte Kultstatus, trotz Rechtsstreitigkeiten mit ihrem Label Silvertone. Die Band löste sich 1996 auf, reformierte 2011 für Konzerte und beeinflusste Britpop maßgeblich; Ian Brown, John Squire, Mani und Reni prägten den baggy Look und die Haçienda-Kultur.
Fansite: Fansite
Happy Mondays
Happy Mondays entstanden 1980 in Salford bei Manchester und verkörperten den chaotischen, drogengetriebenen Geist von Madchester mit rohem Indie-Rock und Funk-Beats. Produziert von New Orders Manager Tony Wilson bei Factory Records, glänzten Alben wie Pills ’n‘ Thrills and Bellyaches (1990) mit „Step On“ und „Kinky Afro“. Bekannt für Exzesse und Shaun Ryders Slang-Texte, tourten sie weltweit, lösten sich 1993, reformierten mehrmals und inspirierten Acts wie Oasis.
The Charlatans
The Charlatans (ursprünglich The Charlatans UK) starteten 1988 in Northwich nahe Manchester und mischten Hammond-Orgel-Sounds mit Soul, House und Indie-Rock. Ihr Debüt Some Friendly (1990) toppte die UK-Charts mit „The Only One I Know“, gefolgt von Hits wie „One to Another“. Trotz Tragödien wie Keyboarder Rob Collings Tod blieben sie erfolgreich, mit über 10 Top-10-Alben und Einfluss auf Shoegaze/Britpop.
Inspiral Carpets
Inspiral Carpets formierten sich 1983 in Oldham, Manchester, und brachten 60er-Orgel-Pop mit Madchester-Grooves, Hits wie „This Is How It Feels“ (1990) aus Life. Mit Sänger Tom Hingley und Kuh-Maskottchen tourten sie mit den Roses, hatten Top-10-Singles und beeinflussten Noel Gallagher als Roadie. Nach Auflösung 1995 und Reunion 2008 gelten sie als Szene-Stützen.
James
James gründeten sich 1982 in Manchester als Post-Punk-Band, wurden durch Madchester zu Stars mit Gold Mother (1990) und „Sit Down“ (Platz 2 UK). Leadsänger Tim Booth und die große Formation mischten Rock, Dance und emotionale Balladen, verkauften Millionen mit „Laid“. Nach Booth-Aus 2001 und Reunion 2007 sind sie aktiv, mit Fokus auf Live-Auftritte.
Primal Scream
Primal Scream aus Glasgow fusionierten mit Madchester durch Andrew Weatheralls Remixe von Screamadelica (1991), Hits wie „Loaded“ und „Come Together“ verbanden Rock mit Rave. Bobby Gillespie und Co. evolvierten von Psychedelic zu Punk, gewannen Mercury Prize und prägten Big Beat. Ihr Sound symbolisiert den Indie-Dance-Crossover.
808 State
808 State, 1987 in Manchester gegründet, waren Madchester-Pioniere des Acid House und Techno mit Newbuild (1988) und „Pacific State“ (1989, Top 10 UK). Graham Massey und Crew kollaborierten mit New Order, beeinflussten Global Underground und blieben innovativ mit Alben wie ex:el.
Northside
Northside debütierten 1990 mit „Shall We Take a Trip“ (Platz 3 UK) aus Chicken Rhythms, typisch Madchester mit Dance-Rock aus Manchester. Hits wie „My Rising Star“ machten sie zu One-Hit-Wonders, doch sie verkörperten den ekstatischen Szene-Sound vor Auflösung 1994.
Paris Angels
Paris Angels aus Manchester eroberten 1990 mit „Perfume (Loved Up)“ die Clubs, ihr Mini-Album Everything We Said mischte Shoegaze mit House. Scott Percy und Band waren Szene-Peripherie, beeinflussten Dream Pop, lösten sich bald auf.
The Farm
The Farm starteten 1983 in Liverpool, schlossen sich Madchester an mit Spartacus (1990) und „All Together Now“ (Platz 4). Peter Hootons Lyrics zu Fußball und Politik, Dance-Pop-Sound machten sie Festival-Stars vor Split 1995.
New Order
New Order evolvierten 1980 aus Joy Division, prägten Madchester mit Technique (1989, Ibiza-Aufnahmen) und „Fine Time“. Als Haçienda-Miterben fusionierten sie Post-Punk mit House, Hits wie „Blue Monday“ sind Ikonen.
EMF
EMF aus Cinderford (1990) knackten Madchester mit „Unbelievable“ (Platz 3 UK) aus Schubert Dip, funky Alternative Dance. Als Szene-Außensteher hatten Top-10-Hits, beeinflussten 90er-Pop.
The Shamen
The Shamen aus Aberdeen (1985) wurden durch „Progen (Move Any Mountain)“ Madchester-Acts mit Rave-Rock, En-Tact (1990) war Acid-House-Klassiker. Mr. C’s Beats prägten Festivals.
The Soup Dragons
Soup Dragons aus Glasgow coverten 1990 „I’m Free“ (Rolling Stones) zum Hit, Lovegod mischte Rock mit Dance à la Madchester. Sean Nattys Band war Szene-Enthusiasten.
The Mock Turtles
Mock Turtles aus Stockport (1985) glänzten mit „Can You Dig It?“ (1991, Platz 12 UK), psychedelischer Baggy aus Two Sides. Martin Blunt und Co. waren typische One-Hit-Szene-Band.
Tauche ein in die pulsierende Welt von Madchester und Rave – mit Hits, die bis heute die Tanzflächen rocken.
Entdecke meine exklusive Playlist: Alle Ikonen-Songs von Stone Roses bis Prodigy in einem Mix, der die Ekstase der 90er zurückbringt. Hier anklicken und abfeiern!